Kranführerschein nach DGUV/BGV: Preise, Voraussetzungen, Dauer, Jährliche Unterweisung

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Ohne Kranführerschein ist es nicht möglich, gesetzlich erlaubt einen Kran zu führen. Zu groß ist die Gefahr für Unfälle und Verletzungen durch eine nicht sachgemäße Bedienung. Ein entsprechender Kurs ist nach mehreren Vorschriften nötig.

Der Kranführerschein: Grundlagen und Voraussetzungen

Damit Kräne aller Art bestimmungsgemäß eingesetzt werden können, muss ein Kranführerschein vorhanden sein. Damit wird sichergestellt, dass sämtliche Transportaufgaben fachlich sicher möglich sind. Immerhin werden mit Kränen verschiedener Art teils sehr schwere Lasten gehoben, bewegt und teilweise auch über Sachwerte und Personen geführt. Damit keine Gefährdungen für diese eintreten bzw. Gefährdungen im vertretbaren Rahmen bleiben, muss der bestimmungsgemäße Gebrauch der Kräne sichergestellt werden.

Im Kurs werden daher alle nötigen Ausbildungsinhalte zur Aufstellung und Abstützung, zur Anwendung und zum Untergrund sowie zum generellen Umgang mit Kränen vermittelt. Im Unternehmen wird ein Kranbediener bestimmt, der für das Führen der Kräne verantwortlich ist. Der Befähigungsnachweis zum Führen von Kränen wird über einen entsprechenden Lehrgang erworben. Der Kranführerschein ist nicht für handbetriebene Kräne vorgeschrieben.

Grundlagen: Für welchen Kran braucht man einen Kranschein? (Video)

Viele fragen sich: Welchen Kranschein brauche ich? Die Antwort: Das Dokument soll Unfälle aufgrund einer falschen Bedienungsweise minimieren. Damit ist der Kran-Bedienausweis für alle Arten von Kränen wichtig, eine Ausnahme bilden nur die handbetriebenen Kräne. Der Kranführerschein ist eine spezifische Ausbildung, die sowohl mit einer theoretischen als auch mit einer praktischen Prüfung schließt.

Die Berufsgenossenschaften regeln die entsprechenden Ausbildungsinhalte, maßgeblich sind hier die Vorschriften der DGUV. Die DGUV Vorschrift 52 und das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) regeln dies im Detail. Dabei ist es egal, ob sich jemand zum Ladekranführer, Brückenkranführer, Autokranführer oder Turmdrehkranführer ausbilden lassen will, die DGUV Vorschrift ist in jedem Fall einzuhalten.

Video: Zehn Fragen an einen Kranführer | Galileo | ProSieben)

Welche Vorschriften gelten?

Die DGUV Vorschrift 52 (ehemals BGV D6) sowie die DGUV Vorschrift 54 (ehemals BGV D8) und die DGUV Regel 100-500 (ehemals BGR 500) regeln genau, wer einen Kran führen darf. Wichtig ist hier, dass die entsprechende Unterweisung stattgefunden hat und dass es nicht nur die Möglichkeit zum theoretischen, sondern auch zum praktischen Wissenserwerb gab.

Eine ausreichende Fahrpraxis ist Voraussetzung für die Vergabe des Befähigungsnachweises. Die bestandene Prüfung bestätigt dann, dass alle Wissensinhalte nach den „Grundsätzen für Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Kranpersonal“ ausreichend dargestellt werden konnten und anwendbar sind.

Zu den theoretischen Schulungsinhalten zählen unter anderem diese Themen:

  • Rechtliche Grundlagen
  • Vorschriften zur Unfallverhütung
  • Unfallverhütungsvorschriften für Winden-Hub- und Zuggeräte sowie Seilblöcke
  • Aufgaben und Pflichten von Kranführern
  • Persönliche Schutzeinrichtungen
  • Technische Grundlagen
  • Anschlagmittel, Anschlagen und Absetzen von Lasten
  • Lastaufnahmemittel

Die Schulung schließt mit einer schriftlichen Prüfung ab. Bei der jährlich erneut durchzuführenden Unterweisung kommen verschiedene Fachinhalte dazu, zu diesen zählen unter anderem die Analyse von Unfällen, das Wissen um Verkehrsregeln und Verkehrswege, ein Überblick über aktuelle rechtliche Veränderungen sowie die Auffrischung des vorhandenen Wissens.

Wer darf einen Kran führen?

Die Antwort ist leicht: Natürlich nur derjenige, der auch einen Kranführerschein vorweisen kann! Dazu kommen aber noch weitere Bedingungen, die teilweise auch als Voraussetzung für den Erwerb des Krankführerscheins gelten.

Eine Kran bedienen darf derjenige, der:

  • das 18. Lebensjahr vollendet hat
  • die nötige körperliche und geistige Eignung nachweisen kann
  • eine Unterweisung in der Führung und im Instandhalten des Krans erhalten hat
  • glaubhaft machen kann, die ihm übertragenen Aufgaben zuverlässig zu erfüllen

Alle genannten Punkte gelten natürlich gleichermaßen für weibliche wie für männliche Kranführer!

Voraussetzungen zum Erwerb des Kranführerscheins

Die Voraussetzungen für den Erwerb des Kranführerscheins entsprechen ungefähr den Voraussetzungen zum Führen von Kränen. Um die geforderte körperliche und geistige Eignung zu belegen, wird eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung vorgenommen, wie sie bei der Berufsgenossenschaft üblich ist. Die entsprechende Grundlage dafür bildet die Vorsorgeuntersuchung G 25 „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“.

Erwartet werden ein Verständnis für die physikalischen und technischen Zusammenhänge beim Kranführen sowie die Fähigkeit, Signale zu erkennen und umzusetzen. Außerdem muss die Eigenschaft, zuverlässig handelt und verantwortungsbewusst reagieren zu können, belegt werden können. Das 18. Lebensjahr muss überdies vollendet worden sein.

Vorausgesetzt werden darüber hinaus ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache. Der körperliche Eignungstest bezieht sich vor allem auf das Seh- und Hörvermögen, denn nur mit intakten Sinnesorganen ist ein verantwortungsbewusstes Führen der Kräne möglich.

Die Voraussetzungen für den Erwerb des Kranführerscheins entsprechen ungefähr den Voraussetzungen zum Führen von Kränen. ( Lizenzdoku: Shutterstock-  Friends Stock_)

Die Voraussetzungen für den Erwerb des Kranführerscheins entsprechen ungefähr den Voraussetzungen zum Führen von Kränen. ( Lizenzdoku: Shutterstock- Friends Stock_)

Dauer der Ausbildung sowie Preise für Schulungen

Ehe sich ein Unternehmen für ein Angebot für den Kranführerschein entscheidet, ist es sinnvoll, sich zur einen Überblick über die Angebote zum Kranschein zu verschaffen.

Der Grund: Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten, den Kranführerschein zu erwerben und es differieren hier nicht nur die Kosten. Auch der Ort der Schulung kann unterschiedlich sein. Während teilweise Inhouseschulungen möglich sind, offerieren andere Anbieter nur eine Schulung in deren Haus, was wiederum mit Fahrt- und teilweise Unterbringungskosten verbunden ist.

Kranführerschein erwerben: Wie lange dauert der Kranführerschein?

Die Unterweisung für den Kranführerschein ist in einen praktischen und einen theoretischen Teil gegliedert. Inhalte und Dauer der Unterweisung sind von verschiedenen Aspekten abhängig. So spielt unter anderem die zu steuernde Kranart eine Rolle. Auch das betriebliche Umfeld sowie die persönlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer können relevant sind.

Entsprechend der gängigen Erfahrungen sind die folgenden Zeiträume als übliche Dauer zu sehen:

  • ein Tag Lehrgangsdauer für teilkraftbetriebene Kräne
  • ein bis fünf Tage Lehrgangsdauer für flurgesteuerte Kräne
  • fünf bis zehn Tage Lehrgangsdauer für führerhausgesteuerte Kräne
  • 10 bis 15 Tage Lehrgangsdauer für Turmdrehkrane
  • 15 bis 20 Tage Lehrgangsdauer für Fahrzeugkräne

Meist liegt die Verteilung von theoretischen zu praktischen Lehrgangsinhalten bei 3 : 5, was vereinfacht bedeutet: Drei Tage theoretische Lehrgangsinhalte lernen zu müssen und an fünf Tagen praktische Übungen zu absolvieren. Bei einem Lehrgang, der nicht im eigenen Unternehmen stattfindet, wird meist noch ein zusätzlicher Tag zur Einweisung in die Bedienung des dort vorhandenen Krans angesetzt. Ändern sich die Einsatzbedingungen, weil zum Beispiel ein neuer Kran genutzt werden muss, kann die Unterweisung entsprechend länger dauern.

Teilweise werden Lehrgangszeiträume von zwei bis fünf Tagen angegeben. Für die Prüfung wird überdies in der Regel ein weiterer Tag vorgesehen, an dem sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung durchgeführt wird. Je nach Anbieter können dafür auch zwei verschiedene Tage eingeplant werden.

Eine pauschale Antwort auf die Frage, was es kostet, den Kranführerschein abzulegen, ist nicht möglich ( Lizenzdoku: Shutterstock-  Parilov_)

Eine pauschale Antwort auf die Frage, was es kostet, den Kranführerschein abzulegen, ist nicht möglich ( Lizenzdoku: Shutterstock- Parilov_)

Preise für die Ausbildung und Prüfung zum Ablegen des Kranführerscheins

Eine pauschale Antwort auf die Frage, was es kostet, den Kranführerschein abzulegen, ist nicht möglich. Je nach Kranart variiert die Ausbildungsdauer, dementsprechend ändern sich auch die Kosten.

Ein längerer Lehrgang ist in der Regel teurer als ein Lehrgang, der nur zwei Tage dauert. Zudem werden die Kosten für den Kranschein häufig auch nach der Anzahl der Teilnehmer bestimmt. So gibt es unter anderem bei einigen Anbietern die Regelung, dass eine Schulung von einem Tag Dauer mit acht bis 15 Teilnehmern rund 250 Euro kostet, wenn bereits Vorkenntnisse vorhanden sind.

Dauert der Lehrgang länger, weil keine Vorkenntnisse genutzt werden können, können noch einmal 100 Euro mehr anfallen. Diese Kosten sind hier nur beispielhaft zu sehen und müssen direkt bei jedem Anbieter erfragt werden.

Wie viel verdient jemand, der einen Kran bedient?

Die Ausbildung, die mit dem Kranschein abschließt, kostet das Unternehmen viel Geld. Damit jedoch wird eine Fachkraft ausgebildet, die auch besser bezahlt werden kann. Ausgebildetes Kranpersonal verdient durchschnittlich 3.210 Euro im Monat. Der Stundenlohn liegt üblicherweise bei rund 20 Euro brutto. Nach abgeschlossener Ausbildung bzw. bestandener Prüfung wird das Gehalt entsprechend der nun vorliegenden Qualifikation und der zu übernehmenden Verantwortung in den meisten Fällen angehoben.

Die jährliche Unterweisung: Pflicht für Kranpersonal

Die jährliche Unterweisung ist seitens der Berufsgenossenschaften für alle Unternehmen vorgeschrieben, in denen Mitarbeiter einen Kranführerschein besitzen. Sie sollen für auftretende Gefahren sensibilisiert werden und über aktuelle Verordnungen und Sicherheitsvorschriften informiert werden.

Die Kenntnisse über die Unfallverhütung müssen regelmäßig aufgefrischt werden, was für alle Personen, die Kräne und andere Baumaschinen bedienen, gilt. Die jährliche Unterweisung geht zudem auf die Gefahren- und Unfallschwerpunkte im Unternehmen ein und wird, wenn sie als Inhouseschulung vorgenommen wird, sehr spezifisch auf das Unternehmen ausgelegt sein. Praktische Übungen ergänzen die theoretische Ausbildung.

Wer führt die jährliche Kranunterweisung durch?

Die jährliche Unterweisung ist bereits seit 2003 vorgeschrieben und soll das in der Ausbildung vermittelte Wissen auffrischen. Der Gesetzgeber hat mit dieser regelmäßig zu absolvierenden Unterweisung dafür gesorgt, dass das Wissen um mögliche Unfallgefahren und um die damit verbundene Unfallverhütung jederzeit auf dem aktuellen Stand ist. Auch technische Neuerungen müssen immer bekannt sein und werden im Rahmen der jährlichen Unterweisung ebenfalls vermittelt. Die Schulung wird von den Stellen und Anbietern vorgenommen, die auch die Ausbildung und Prüfung zum Kranführerschein offerieren.

Video: Kranführer Ralf Backes denkt immer voraus | SWR | Landesschau Rheinland-Pfalz

FAQs zum Kranführerschein

Was braucht man, um einen Kran führen zu dürfen?

Wer einen Kran führen möchte, muss eine entsprechende Ausbildung vorweisen können. Das Unternehmen, das den Betreffenden beschäftigt, darf ihn oder sie nicht mit dem Führen eines Krans beauftragen, wenn die entsprechende Ausbildung und Prüfung nicht vorliegt. Erst mit dem Bestehen der theoretischen und auch der praktischen Prüfung liegt ein Befähigungsnachweis vor, mit dem das Führen von Kränen gesetzlich erlaubt ist.

Wie lange dauert der Kranschein?

Um einen Kran rechtlich erlaubt führen zu dürfen, muss eine entsprechende Ausbildung in Theorie und Praxis erfolgen. Diese wiederum dauert je nach Anbieter und vorhandenen Vorkenntnissen zwischen zwei und fünf Tagen. Teilweise ist der Lehrgang auch am Wochenende möglich. Sehr umfangreiche Inhalte werden auf mehrere Tage aufgeteilt, sodass der Lehrgang bis zu 15 Tagen dauern kann.

Was verdient jemand, der einen Kran führt?

Das Bruttogehalt für Angestellte, die berechtigt sind, einen Kran zu führen, liegt durchschnittlich bei rund 3.200 Euro im Monat. Der Stundenlohn liegt in der Regel bei etwa 20 Euro. Je nach Betriebszugehörigkeit und eventueller weiterer Ausbildung und Erfahrung ist ein höheres Gehalt möglich.

Wann ist ein Kranführerschein nötig?

Der Krankführerschein ist immer dann nötig, wenn jemand einen Kran gleich welcher Art bedienen möchte. Der DGUV-Grundsatz „Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis“ legt fest, dass eine Unterweisung für alle nötig ist, die einen Kran bedienen möchten. Sie dürfen im Unternehmen nicht ohne Vorliegen eines solchen Nachweises einen Kran bedienen. Die Prüfung muss sowohl mit dem theoretischen als auch mit dem praktischen Teil bestanden werden.

Ist ein Kranführerschein Pflicht?

Der Paragraf 29 der DGUV und der Paragraf 12 der Betriebssicherheitsverordnung legen fest, dass ein Kranschein verpflichtend vorliegen muss, um einen Kran bedienen zu dürfen. Es gibt hiervon keine Ausnahmen und jeder, der in Deutschland mit einem Kran arbeitet, muss diese Qualifikation vorweisen können.

Wie oft muss die Unterweisung erfolgen?

Die Unterweisung in aktuelle Sicherheitsrichtlinien, technische Neuerungen und Unfallverhütungsvorschriften ist einmal im Jahr durchzuführen. Dabei wird die Unterweisung meist auf einen bis maximal zwei Tage festgelegt und kann direkt im Unternehmen stattfinden. Der Kran wird dabei als Arbeitsmittel eingestuft und zu dessen Bedienung muss somit im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung eine Unterweisung stattfinden.

Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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