Swiss Data Science Center SDSC: ETH Zürich und EPFL Lausanne kooperieren in Sachen Datenwissenschaft

Am 6. Februar riefen die Eidgenössische Hochschule Zürich und die École Polytechnique Fédérale de Lausanne das Swiss Data Science Center SDSC ins Leben. Hinter den Mauern des Schlosses Hüningen in Konolfingen wird künftig in Sachen Datenwissenschaft geforscht.

Swiss Data Science Center SDSC : nationales Zentrum für Datenwissenschaft

Die Ansprüche sind hoch und gipfeln in den Worten „Wir wollen einen Datensee, nicht einen Datensumpf.“ Von Olivier Verscheure, dem Leiter des jungen Zentrums. Doch was war Anlass für die gezielte Forschung in Sachen Big Data?

In allen wissenschaftlichen Disziplinen fallen zunehmend größere Datenmengen an. Die Datenflut birgt möglicherweise zusätzliche, neue Erkenntnisse. Doch solange dieser Schatz auf dem Grund des Datensumpfes schlummert, bleiben diese Erkenntnisse unerkannt und somit auch ungenutzt.

Dieser Datenflut Herr zu werden und den Datenschatz zu heben, hat sich der gebürtige Belgier Verscheure auf die Fahnen geschrieben. Ein unbeschriebenes Blatt ist er nicht, der Herr Verscheure. Die EPFL diente ihm zu seiner Doktorarbeit als Stätte seines Wirkens bevor es ihn in iBMs Forschungsabteilung zog.

Big Data in Konolfingen

Die Aufgabe ist sehr groß und erfordert zur Lösung ein Team von Datenspezialisten. Diesem Team bietet das nationale Zentrum mit seinen Standorten in Zürich und Lausanne Dach und interdisziplinäre Plattform, wie Lino Guzzella, Präsident der ETH Zürich betont. Der Fokus der Forschenden des SDSC ist dabei auf die Bereiche personalisierte Medizin, Umweltwissenschaften und Fertigungstechnologien gerichtet.

Big Money 4 Big Data

Das Swiss Data Science Center wird gemäß Erkläärung des ETH-Rat seine Studien über einen Zeitraum von mindestens vier Jahren durchführen. Für dieses Vorhaben stellt die ETH Zürich einen Betrag von immerhin CHF 30 Millionen bereit. Das Team der SDSC wird aus 30 – 40 Informatikern und Datenwissenschaftlern bestehen.

Masterstudiengänge in Datenwissenschaften werden noch im Jahr 2017 von der ETH Zürich und der École Polytechnique Fédérale de Lausanne EPFL angeboten werden.

Die Erkenntnisfabrik

Gesammelt und übernommen werden Daten von Schweizer Universitäten. Das SDSC sieht sich hier als Erkenntnisfabrik, in welcher zunächst auch eingehende Daten geordnet, kalibriert und anonymisiert. Die Erkenntnisse des SDSC kommen Instituten zu Gute. Auch ein Zugriff auf diese anonymisierten Daten anderer Institute ist eine denkbare Nutzung.

Zwei Rivalen in einem Boot

Wer die beiden Institute kennt, weiß auch von dem andauernden Konkurrenzkamp der beiden eidgenössischen Hochschulen. Forschende und Studierende versuchen sich permanent mit Leistungen zu übertreffen. Dennoch – und das ist bemerkenswert – hat man zum SCSC zusammengefunden und betreibt das vieljährige Projekt gemeinsam. Der Datensumpf wird hier als Herausforderung der Zukunft gesehen.


Bildnachweis: © Fotolia – dudlajzov

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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